Historie

Geschichte – Das Fest am See hat lange Tradition

Alles begann mit der kommunalen Neuordnung 1975. Damals wurden per Düsseldorfer Dekret die Städte Mönchengladbach, Rheydt und die freie Reichsherrlichkeit Wickrath zusammen gelegt. Es soll nun keiner meinen, dass damals in Wickrath die Begeisterung Wellen geschlagen hätte. Bei Weitem nicht. Es gab sogar eine Bürgerinitiative gegen die Zusammenführung. Der Wickrather Rarsherr Kurt Jacobi war zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins und brachte in den Vorstand die Idee ein, ein Fest zu veranstalten, „um Wickrath nicht sang- und klanglos untergehen zu lassen“. Der Vorstand schloss sich begeistert an und so wurde das „Biwakfest“ gegründet. Damals fand es noch im Mai statt und zog einige hundert Besucher an, alles Wickrather, vom Bezirksvorsteher bis zu „Driete Hermann“ (†), der sich mit der Mistgabel bewaffnet über die laute Musik beschwerte.

Mit sehr einfachen Mitteln wurde das Fest aufgezogen. Das Auto des Schriftführers mit Dachlautsprecher, Verstärker und Mikrofon war alles, was der Heimatverein in Sachen Beschallung bieten konnte. Die Musiker saßen noch im Freien und erfreuten sich genau wie die Besucher an einem riesigen offenen Feuer, das dem „Biwak“ genau die richtige Stimmung verschaffte, insbesondere den zahlreich anwesenden Kindern. Die freiwillige Feuerwehr Wickrath sorgte für Sicherheit und die Firmen Oellers und Kebben für das leibliche Wohl. Das tun sie noch heute, denn wer uns die Treue hält, dem halten auch wir die Treue!

Durch die Klage der Grünen vor dem Verwaltungsgericht musste das Biwakfest in den Folgejahren auf das vierte Wochenende im Juli verlegt werden. Dann endete die Brutzeit der Enten. Die Wickrather erwiesen sich als treue Unterstützer. Klaglos machten Sie den Umzug und die Umbenennung in „Fest am See“ mit. Inzwischen kamen schon über tausend Gäste und die ersten Wahlwickrather aus den umliegenden Gemeinden reisten zu Besuch an … und wurden treue Fans. Heute, nach fast 40 Jahren, besuchen nach polizeilicher Schätzung im Verlaufe des Tages rund zehn- bis fünfzehntausend Gäste das Fest am See.

Was macht nun den Charme dieses Festes aus? Ist es nur ein Angebot unter vielen oder doch etwas mehr? Von Anfang an als ein Treff für (Wahl-)Wickrather konzipiert, ging die Rechnung des Vorstandes voll auf. Menschen kommen, treffen sich auf ein Bier und ein Schwätzchen, tauschen Erinnerungen aus und freuen sich, dabei zu sein. Alle drei bisherigen Vorsitzenden, Kurt Jacobi (†), Ernst Heinen und Axel Bieling waren Gründungsmitglieder und haben alles getan, um dieses Fest zu etablieren. Heute ist es ein Muss, zum FaS zu gehen, dank der Treue der Besucher.

 

Text: Dr. Axel Bieling